Warum Perfektionismus dein Business bremsen kann

Perfektionismus klingt auf den ersten Blick nach einer Tugend, nicht wahr? Wer will nicht, dass alles perfekt ist? Doch als Unternehmerin kann genau dieses Streben nach Fehlerlosigkeit zu deinem größten Stolperstein werden. Statt voranzukommen, verlierst du dich in Details, optimierst Kleinigkeiten – während das eigentliche Business auf der Strecke bleibt.

Ich erinnere mich noch gut an meine Anfänge in der Selbstständigkeit. Stundenlang saß ich an der Bearbeitung eines einzigen Fotos, nur um am Ende festzustellen, dass ich nicht zufrieden war. Also fing ich von vorne an – und das immer wieder. Diese Zeit hätte ich eigentlich nutzen müssen, um neue Kunden zu gewinnen. Aber ich wollte, dass alles perfekt ist.

Dann kam der Wendepunkt: In einer stressigen Phase musste ich etwas abliefern, das für mich weit entfernt von „perfekt“ war. Ich hatte Angst vor der Reaktion der Kunden – doch zu meiner Überraschung waren sie vollkommen zufrieden. Das war der Moment, in dem ich verstand: Perfektionismus hält mich zurück. Seitdem arbeite ich daran, ihn Schritt für Schritt loszulassen.

Wenn dir das bekannt vorkommt, dann lies weiter – denn ich teile nicht nur meine Erfahrungen, sondern auch wertvolle Tipps, wie du deinen Perfektionismus in den Griff bekommen kannst und so mehr Leichtigkeit in dein Business bringst.

Was ist Perfektionismus?

Perfektionismus ist das ständige Streben nach Fehlerlosigkeit und übermäßig hohen Standards in allem, was man tut. Menschen, die perfektionistisch sind, setzen sich oft unrealistisch hohe Ziele und haben das Bedürfnis, jede Aufgabe makellos zu erledigen – ohne Raum für Fehler oder Schwächen. Dieser Anspruch erstreckt sich häufig auf die eigene Leistung und auch auf das Umfeld.

Ein Beispiel:
Du schreibst eine einfache E-Mail und überprüfst sie zehnmal, um sicherzustellen, dass keine Fehler übersehen wurden. Am Ende bist du oft unzufrieden und denkst, es könnte noch besser sein. Genau das beschreibt den inneren Druck, den Perfektionisten empfinden. Es ist ein nie endendes Gefühl, dass das Erreichte nicht gut genug ist. Selbst wenn es objektiv betrachtet ausreichend wäre.

Perfektionismus ist also ein innerer Kritiker, der sagt: „Es muss perfekt sein – oder es ist nichts wert.“

Warum Perfektionismus als Unternehmerin hinderlich ist

Wirtschaftlich betrachtet kostet Perfektionismus nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Du verzettelst dich in Aufgaben, die keinen direkten Mehrwert bringen. Während du stundenlang versuchst, jede Kleinigkeit zu optimieren, ziehen deine Konkurrent möglicherweise schon an dir vorbei. Die Zeit, die du in Kleinigkeiten investierst, könntest du nutzen, um an deinem Business zu arbeiten, neue Kunden zu gewinnen oder wichtige Projekte voranzutreiben. Denke dabei auch immer an deine Preiskalkulation. Rechtfertigt dein Preis deinen Perfektionismus? Sind alle diese zusätzlichen Tätigkeiten in deinem Preis eingespeist? Mehr zur Preiskalkulation findest du hier.

Perfektionismus kann dich zudem emotional und körperlich erschöpfen. Der ständige Druck, alles perfekt zu machen, führt oft zu Stress, Selbstzweifeln und Burnout.

Du wirst es nicht glauben, aber auf Platz 1. mit 32,8% wird der Perfektionismus, als einer der Gründe, für das Scheitern einer Work Life Balance angesehen. Dies zeigte die Zippia Studie1.
Grund genug also, dem Perfektionismus den Kampf anzusagen.

Perfektionismus im Human Design

Wie du weißt, beziehe ich mich nicht nur auf wirtschaftliche Erkenntnisse, sondern ziehe auch immer das Human Design mit heran. Human Design ist ein System zur Selbsterkenntnis, das Persönlichkeitspsychologie, Astrologie, Chakrenlehre und das I-Ging kombiniert. Es hilft, individuelle Stärken, Schwächen und Lebensaufgaben zu verstehen, um authentischer und erfolgreicher zu leben.

Im Human Design kann Perfektionismus mit verschiedenen Zentren und Typen in Verbindung stehen, insbesondere mit dem Wurzelzentrum, Herz-/Egozentrum oder Ajna-Zentrum. Diese Zentren stehen für inneren Druck, Selbstwert und mentale Klarheit.

Kurzer Überblick über die Typen:

  • Projektoren: Haben oft das Bedürfnis, sich durch ihre Arbeit zu beweisen, was zu einem subtilen Perfektionismus führen kann.
  • Manifestierende Generatoren: Neigen dazu, viele Projekte gleichzeitig zu verfolgen. Perfektionismus kann zu Überarbeitung führen.
  • Generatoren: Ihre hohe Energie führt oft zu dem Gefühl, alles perfekt machen zu müssen, was schnell zur Erschöpfung führt.
  • Manifestoren: Fühlen sich oft unter Druck, ihre Projekte perfekt zu initiieren.
  • Reflektoren: Spüren die Erwartungen anderer und könnten versuchen, diese perfekt zu erfüllen.

Erkennst du dich wieder? Wenn du tiefer in dein individuelles Human Design Chart eintauchen möchtest, kontaktiere mich gerne für ein kostenloses Erstgespräch.

Wie kann ich meinen Perfektionismus loslassen?

Nun zu den fünf wichtigsten Tipps, wie du als Selbstständige deinen Perfektionismus reduzieren und effektiver arbeiten kannst:

1. Setze realistische Deadlines und priorisiere

  • Tipp: Setze klare, aber realistische Zeitlimits. Perfektionismus führt oft zu Prokrastination, weil man zu viel Zeit auf Details verwendet. Priorisiere die wichtigsten Aufgaben.
  • Nutzen: Du arbeitest fokussierter und machst schneller Fortschritte.

Ich gebe mir beispielsweise selbst immer eine kürzere Deadline. Der Kunde hat 5 Wochen im Vertrag stehen, meine Deadline sind 3 Wochen.

2. Gut ist besser als perfekt

  • Tipp: Erinnere dich daran, dass „gut genug“ oft besser ist als perfekt. Viele kreative Projekte leben von ihrer Authentizität, nicht von Perfektion.
  • Nutzen: Du sparst Zeit und Energie und kannst mehr Projekte abschließen.

Oft kommt es vor, dass in meinen Captions Rechtschreibfehler sind. Klar ist das nicht toll, aber in Zeiten der KI, sieht jeder, dass ich meine Texte noch selbst verfasse. Somit also gut und nicht perfekt.

3. Teile deine Arbeit frühzeitig

  • Tipp: Warte nicht, bis deine Arbeit „perfekt“ ist, um sie mit anderen zu teilen. Feedback von Kund, Kollegoder deiner Community kann dir helfen, deine Arbeit zu verbessern und neue Perspektiven zu gewinnen. Oft reichen 80 % aus, um wertvolle Rückmeldungen zu bekommen.
  • Nutzen: Du erhältst schneller konstruktive Kritik und lernst, dass der erste Entwurf oft schon wertvoll ist.

Egal was ich mache, es gibt immer nur eine Korrekturrunde. Wenn der Kunde dann noch Änderungswünsche hat, kann ich diese teilweise sogar kostenlos umsetzen, was dann auch den Kunden wieder glücklich macht.

4. Delegiere Aufgaben

  • Tipp: Akzeptiere, dass du nicht alles allein machen musst. Delegiere Aufgaben, bei denen du das Gefühl hast, festzustecken oder zu sehr auf Perfektion zu achten. Ein frischer Blick oder die Expertise anderer kann helfen, Projekte effizienter abzuschließen.
  • Nutzen: Du entlastest dich selbst und schaffst mehr Raum für deine kreative Energie.

Als Manifestierende Generatorin tanze ich gerne auf vielen Hochzeiten und mir fällt es schwer Aufgaben abzugeben. Liebend gern gebe ich aber das Korrekuturlesen von irgendwelchen Texten ab, denn da ist meine Expertise nicht mehr gefragt.

5. Übe Selbstmitgefühl

  • Tipp: Lerne, dich selbst nicht für kleine Fehler oder Unvollkommenheiten zu verurteilen. Perfektionismus entsteht oft aus Selbstkritik. Übe dich darin, dir selbst genauso freundlich und mitfühlend zu begegnen, wie du es bei anderen tun würdest.
  • Nutzen: Du baust Stress ab, wirst emotional ausgeglichener und kannst kreativer und freier arbeiten, ohne dich selbst zu blockieren.

Ich konzentriere mich immer bewusster auch auf meine Erfolge. Und in den meisten Fällen kann man Fehler korrigieren, oftmals ist es aber gar nicht notwendig.

Indem du diese Tipps in deinen Alltag integrierst, kannst du den Perfektionismus schrittweise verringern und eine gesunde Balance zwischen hoher Qualität und realistischer Produktivität finden.


Fazit

Perfektionismus kann dein Business ausbremsen – aber es liegt in deiner Hand, ihn zu überwinden. Indem du realistische Deadlines setzt, „gut genug“ akzeptierst und Aufgaben delegierst, schaffst du eine gesunde Balance zwischen hoher Qualität und effektiver Produktivität. Dein Unternehmen wird wachsen, und du wirst mehr Energie und Freiheit für deine kreative Arbeit haben.

Starte jetzt: Setze dir für dein nächstes Projekt ein klares Zeitlimit und übe dich darin, „gut genug“ als neuen Standard anzunehmen. Du wirst überrascht sein, wie schnell du Fortschritte machst und wie befreiend es ist, Perfektion loszulassen.

Hat dir dieser Blogbeitrag gefallen oder hast du schon erste Erfolge beim Loslassen des Perfektionismus? Dann hinterlasse mir einen Kommentar oder schreibe mir eine Nachricht – ich freue mich auf dein Feedback und deine Erfahrungen!

Quellen

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